Unangenehm – das CUM-FACE

Ich möchte mal wieder über Sex reden. Ja, ich mag Sex und ich rede gerne darüber, versuche mich von vorne bis hinten aufzuklären, von Asexualität über Konsens, Libido, Menstruation bis hin zu Zungenküssen. Dann habe ich das ganze Wissen, hab schon haufenweise Tabus abgeschüttelt und Schamgefühle hinter mir gelassen und mache mir immer noch Gedanken darüber, ob ich ein komisches cum face – das ist der Gesichtsausdruck beim Orgasmus – habe. Oder darüber, ob ich beim Sex seltsame Geräusche von mir gebe, ob ich der anderen Person unsexy Blicke zuwerfe, oder ob meine sexuellen Wünsche vielleicht doch zu extravagant sind. 
 
Herzlichen Dank liebe Film- und Pornoindustrie für diese Gedanken, ich bin mir sicher, dass ich sie ohne euch nicht in dieser Form hätte. 
 
Sind wir mal ganz ehrlich. Es ist wirklich nicht notwendig, dass mir solche Gedanken während dem Sex kommen, mich ablenken, mir im Kopf herumgeistern und ich mich gar nicht auf den Moment fokussieren kann. Noch weniger notwendig ist es aber, dass ich mich darüber aufrege oder mir die Laune davon vermiesen lasse. Auch wenn es gar nicht so einfach ist, versuche ich solche Gedanken anzunehmen, sie erstmal wegzuschieben und mir danach zu überlegen, woher sie kommen. Ich bin überzeugt davon, dass sie nicht von irgendwo kommen, schon gar nicht kommen sie von mir, sie sind nicht meine Schuld. Aber jetzt sind sie da und ich muss damit umgehen. Wie ich das mache? Darüber reden. Und ja, mir ist das unangenehm. Es gibt angenehmere Fragen als: „Meinst du ich sollte mit Sorgen um mein cum-face machen?“ oder „Denkst du auch manchmal, dass du seltsame Geräusche von dir gibst, wenn du sexuell erregt bist?“. Aber wenn wir nie darüber reden kann es auch nie angenehmer werden. 
 
 
Und ich glaube, wenn eine andere Person euer cum-face, eure Blicke oder Geräusche beim Sex seltsam findet, dann ist das nicht euer, sondern deren Problem. In diesem Sinne: lasst euch gehen <3 

– Dieser Blogartikel wurde von Laura verfasst.

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